Manga

Manga (jap.  etwa: zwangloses, ungezügeltes Bild) ist der japanische Begriff für Comics.
Die Gesamtauflage aller Manga (Magazine und Taschenbücher) betrug im Jahr 2004 in Japan 1,38 Milliarden Exemplare, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 3,5 % bedeutete. Für diese seit dem Höhepunkt des Manga-Booms Mitte der 1990er-Jahre stattfindende Reduzierung des Marktes wird unter anderem auch der Rückgang der Geburtenzahlen in Japan insbesondere seit Beginn der 1980er-Jahre verantwortlich gemacht.
Die Gesamtauflage aller Manga-Magazine ging 2005 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich knapp 7 % zurück. Weekly Shonen Jump, das erfolgreichste Magazin, erlebte 2005 mit knapp drei Millionen verkaufter Exemplare pro Woche einen Rückgang von „nur“ 1,4 % gegenüber 2004; Mitte der 1990er-Jahre waren von dem Magazin allerdings noch sechs Millionen Exemplare pro Woche verkauft worden.
Während durchschnittliche Manga-Serien z. B. im Jahr 1997 mit einer Startauflage von 300.000 bis 500.000 Exemplaren pro Band in den Handel kamen, können die erfolgreichsten Einzelbände Erstauflagen im Millionenbereich erreichen. Den Rekord hält gegenwärtig Band 27 der Serie One Piece: Allein von dessen im Februar 2003 erschienener Erstauflage wurden 2,63 Millionen Exemplare verkauft.
Die erfolgreichsten Manga-Serien in Japan nach Verkaufszahlen (Stand März 2005[8]):
Kochira Katsushika-ku Kameari-koen-mae Hashutsujo (Kurzform Kochikame, laufend): 130 Millionen Exemplare
Dragonball (abgeschlossen): 126 Millionen Exemplare
Oishimbo (laufend): 111,2 Millionen Exemplare
Golgo 13 (laufend): 110 Millionen Exemplare
Detektiv Conan (laufend): 110 Millionen Exemplare
Slam Dunk (abgeschlossen): 105 Millionen Exemplare
One Piece (laufend): 100 Millionen Exemplare (2007: 134.171.000 Exemplare)
Golgo 13 (seit 1968) und Kochikame (seit 1977) gehören zugleich auch zu den am längsten ununterbrochen laufenden Manga-Serien und zu denen mit der höchsten Anzahl an Sammelbänden.

Manga-Zeichner
Autoren von Manga werden Mangaka genannt. Es gibt in Japan etliche Möglichkeiten, Mangaka zu werden, z. B. durch einen Sieg bei einem Zeichenwettbewerb oder durch eine erfolgreiche Bewerbung bei einem Verlag. Im Allgemeinen beginnt man dann als Assistent für „Anfängerarbeiten“ im Zeichnerteam eines bereits erfolgreichen Manga-Künstlers. Im Laufe der Zeit kann man sich innerhalb des Teams hocharbeiten und bekommt möglicherweise die Chance auf selbstständige Manga-Projekte.
Schätzungen zufolge gibt es in Japan ständig einige Zehntausend Zeichenassistenten, von denen der größte Teil mangels Aufstiegschancen jedoch nach relativ kurzer Zeit wieder aussteigt. Auch die meisten der etwa 3.000 hauptberuflich tätigen japanischen Mangaka können ihren Lebensunterhalt nicht alleine durch Zeichnen bestreiten und sind daher auf Nebentätigkeiten oder finanzielle Unterstützung angewiesen. Nur etwa 300 Künstler können ausschließlich vom Manga-Zeichnen leben – als namentlich bekannte Mangaka mit lang laufenden Manga-Serien und großen Teams.

Der Begriff „Manga“ als Name für die Werke Hokusais wurde in der deutschsprachigen Kunstliteratur bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts verwendet, meist in der heute veralteten Schreibweise „Mangwa“.
Die erste gegenwärtig bekannte Verwendung des Wortes „Manga“ (bzw. „Mangas“) in deutschsprachigen Medien als Kennzeichnung japanischer Comics findet sich in einer Sonderbeilage der Zeitschrift stern vom Juni 1977.
Die Anspielung, dass in Japan angeblich mehr Papier für Manga verwendet wird als für die Herstellung von Toilettenpapier, beruht auf einem Zitat aus dem 1983 erschienenen Buch „Manga! Manga! The World of Japanese Comics“ von Frederik L. Schodt: „As some enterprising reporters have discovered, Japan now uses more paper for its comics than it does for its toilet paper.“ („Wie einige kühne Reporter aufgedeckt haben, verbraucht Japan mittlerweile mehr Papier für seine Comics als für sein Toilettenpapier.“). Obwohl Schodt damit nur eine satirische Bemerkung in einem japanischen Zeitungsartikel kommentiert hatte, wurde die Bemerkung wegen ihrer Einprägsamkeit offensichtlich als Tatsache angenommen. Der Vergleich ist im englischsprachigen Raum allerdings kaum verbreitet. Seine erste gegenwärtig bekannte deutschsprachige Erwähnung findet sich im Juli 1987 in einem Manga-Artikel der Zeitschrift Der Spiegel[23], seither ist der Vergleich in unzähligen deutschen Artikeln und Medienberichten über Manga zitiert worden.